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Sieben Verlustpunktelose auf einen Streich fegten drei Remisen auf den Spitzenbrettern und die Niederlage von Florian Schwabeneder gegen IM Neuman die weißen Westen weg. Nun gibt es im A-Turnier neun Spieler mit 3,5 Punkten und weitere 12 Schachfreunde mit 3 Punkten, die in den verbleibenden drei Runden um die Preisgeldränge und vor allem um den Turniersieg kämpfen. Für Spannung sollte gesorgt sein und so bleiben viele Schachfreunde im Spiellokal, kiebitzen, analysieren oder unterhalten sich einfach nett miteinander – auch wenn es auf den Brettern manchmal ziemlich hart zur Sache geht – „gens una summus“ hier in Aschach wird das FIDE-Motto gelebt!

 Mit seinem Sieg gegen Kainz im B-Turnier ist der Hartkirchner Christian Fugger alleiniger Führender mit 4/4 und das als Nummer 20 der Setzliste. Aber dahinter lauern drei Spieler mit einem halben und eine ganze Meute mit einem Punkt Rückstand. Vorentscheidungen sind auch in diesem Turnier noch keine gefallen.

 Im C-Turnier kommt es morgen zur Begegnung zwischen Gerald Adam Zwettler (Nummer 13) und Adnan Rexhepi (Nummer 65) und damit ist sicher, dass es im gesamten Turnier nach der fünften Runde maximal zwei Spieler ohne Punkteverlust geben wird – aber es ist durchaus möglich, dass alle ihre weiße Weste verlieren werden.

 Einigen Schachfreunden ist sicherlich schon eine junge Frau aufgefallen, die still und mit flinker Hand Notizen in einen Block schreibt. Nein – keine Angst, dass ist keine Spionin die Eröffnungszüge der Schachspieler ausspähen möchte – sondern die Deutschstudentin Miriam Lares, die sich Notizen für ein Buch über Schachspieler macht. In einem kurzen Gespräch mit der Krennwurzn erzählte sie, dass sie überrascht über die Vielfalt unter den Schachspielern sei, denn das Klischee besagt ja, dass Schach nur was für alte, verschrobene Typen ist – sie sieht aber mit Freude, dass viele junge Menschen und auch Frauen diesen schönen Sport mit großer Leidenschaft und ausdruckstarker Emotion ausüben. Als geübter Beobachterin entgehen ihr auch unsere Tätigkeiten unter dem Tisch nicht – ebenso unsere Versuche unsere Emotionen unter Kontrolle zu halten oder aber diese anders aussehen zu lassen. Darf man dazu sagen, dass wir auch körperlich lügen bzw. dies versuchen – nun die für ihren Charme bekannte Krennwurzn darf das. Also liebe Schachfreunde zeigt keine Hemmungen und lasst Euren Gesten freien Lauf – vielleicht werdet ihr so zu Ideengeber für ein Buch das nach Meinung der Krennwurzn überfällig ist, denn meist ist es nur ärgerlich wie Schachspieler vor allem in Film und Fernsehen und nur allzu oft in der Werbung dargestellt werden.

 Oft hat die Krennwurzn in den letzten Jahren über die Auslosung und dies und jenes gejammert – vor allem darüber, dass sie aufgrund ihrer großen Klappe im A-Turnier spielen muss, usw... – nun man kann es ihr einfach nicht Recht machen. Aber heute kann sogar die Krennwurzn wirklich nichts zum Nörgeln finden: die dritte Weißpartie in vier Runden – jaul da kommen aber jetzt zwei Schwarzpartien in letzten drei Runden – und dann noch zwischen zwei Mädels (Entschuldigung, die Krennwurzn ist nun einmal ein schlimmer Chauvinist, aber harmlos und hoffentlich ein wenig liebenswert) gesetzt und dann noch ein ausgekämpftes Remis mit über 50 Zügen, interessante Gespräche und Begegnungen – man sollte niemals vergessen: Das Leben ist schön!