Schach an sich gilt ja schon als kompliziertes Spiel, aber wie ein Fotograph im Analysebereich festhalten konnte, ist zweidimensionales Schach für machen nicht schwierig genug und stellte folgendes Problem auf den Tisch. Die Frage ist nun, welche Figuren können ziehen, ohne die Stellung zusammenbrechen zu lassen. Neben Mister spockischen Verstand benötigt dies auch die ruhige Hand eines Chirurgen, um den Zug tatsächlich auszuführen.

 Schauen wir noch mal kurz zur 3. Runde zurück und lassen wir die Schiedsrichter ein wenig erzählten. Gestern war irgendwie verkehrte Welt angesagt – zuerst endete eine längere Partie im A-Turnier, dann eine weitere im B-Turnier – nur im C-Turnier in der Partie König gegen Nutz wurde die Bedenkzeit von sechs Stunden fast zur Gänze ausgenutzt und Nutznießer war der König, denn mit einem Zeitvorteil von zwei gegen eine Minute konnte er einen Fehler seines Gegners doch noch ausnutzen. Ja – gekämpft wird auf allen Brettern und in allen Leistungsklassen – und sind wir doch ehrlich zu uns selbst: genau das macht den Reiz des Schachs aus und nicht das schnöde Schielen auf Elozahlen! Habt Spaß am Spiel oder der Weg ist Ziel!

 Im A-Turnier hatten die Elofavoriten auf den ersten beiden Brettern die schwarzen Steine und IM Andreas Diermair konnte sich rasch einen Mehrbauern sichern, allerdings musste er sehr lange und sehr hart kämpfen um diesen dann in einen vollen Punkt zu verwandeln. Da auf Brett 2 IM Josef Jurek gegen IM Georg Fröwis nach langem und hartem Kampf Remis endete, führt IM Diermair als einziger ohne Punkteverlust das Feld nun an. Die Sensation des Tages lieferte allerdings FM Ludwig Deglmann (2349) gegen GM Petr Neuman (2496) mit einem schnellen Sieg. Ein Blick auf die Rangliste nach vier Runden entzückt die Krennwurzn: es führt Diermair vor Fröwis und Jurek – das wäre für die Krennwurzn schon der optimale Endstand, aber bis dahin folgen noch drei harte und vor allem entscheidende Runden.

 Im B-Turnier führt Christian Fugger vor Dominik Ly mit jeweils 100% schon einen ganzen Punkt vor einer 15-köpfigen Verfolgergruppe mit drei Punkten. In der möglicherweise schon vorentscheidenden Begegnung morgen, hat der junge Wartberger Ly die weißen Steine und könnte mit einem Sieg … ja wenn, wenn … warten wir ab und spekulieren nicht!

 Im C-Turnier sind nach wie vor die höheren Startnummern in der Rangliste vorne zu finden, die einstelligen liegen auf Platz 5, 6 und 8 und in Führung liegt als einziger ohne Punkteverlust die Startnummer 21 Alexander Schobesberger, der morgen mit den schwarzen Steinen gegen die Startnummer 18 Wilhelm Edlinger seine weiße Weste verteidigen möchte.

 Der heutige Gegner der Krennwurzn spielte etwas zu sorglos und so kam diese zu einem Angriff, übersah dann aber einen taktischen Trick des Gegners, der scheinbar ein Figur kosten sollte, aber nach einem kurzen Schock sah die Krennwurzn, dass sie selbst den „Betrüger betrügen“ könne und stand am Ende mit Mehrfigur und vollem Punkt da.