Es war für alle eine kurze Nacht – egal ob Mann oder Frau noch ausgeschwärmt ist oder doch die Ruhe gesucht hat – und die Auslosung wollte es, dass ein paar junge Österreicher gegen die Elofavoriten antreten durften. Leider fiel das Ergebnis sehr gastfreundlich aus und besonders hervorgetan hat sich hier Edmund Konrad -  wollen wir ihn gnadenhalber noch als halbjunges Nachwuchstalent durchgehen lassen – in seiner Partie gegen die Nummer 3 GM Sedlak. Dieser opferte einen Turm, übersah dabei eine Remisfortsetzung, aber Edi wollte diese Schmach nicht am GM haften lassen und wählte brav die Verlustvariante – das nennt man dann mal Aschacher Gastfreundschaft! Ab Brett 11 waren dann aber wieder sehr viele Überraschungen angesagt und für viele hatte Morgenstund Gold im Mund. Die längste Partie des Vormittags lieferten sich IM Reich (Nr. 16) und Hanisch (Nr. 38), wobei der IM die Dame für Turm und viele Bauern gab, dann aber einen nach dem anderen verlor, bis nur mehr der Turm und die Partie verloren werden konnte.

Die Krennwurzn hat im morgendlichen Nebelgrauen einige Verlustmöglichkeiten nicht genutzt und daher mit einem Remis sein sisyphosisches Leiden in die 25. Turnierauflage verlängert. Alle jene, die eventuell fälschlicherweise Mitleid mit der Krennwurzn haben könnten, seien gewarnt: der Krennwurzn muss es offensichtlich gefallen, wenn sie leiden kann - also verzichten Sie bitte auf freiwillige Punktspenden.

 

Im B-Turnier lief es auf den ersten drei Brettern ganz nach den Wunschvorstellungen der Favoriten, aber die Partie auf Brett 4 zwischen Juricevic (Nr. 4) und Luger (Nr. 27) wurde mit Turm + Läufer gegen Turm erst in den letzten Sekunden Remis entschieden, wo hingegen Raber im A-Turnier genau dieses Endspiel gegen die theoretischen Vorhersagen auch schneller gewinnen konnte.

Friedlich war die Stimmung im C-Turnier auf den vorderen Brettern, nur die mit etwas mehr an Erfahrung ausgestatteten Zauner und Schiefermüller hielten sich an das Motto „was Du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen“ und sackten die vollen Punkte ein. Das C-Turnier wird ja seit dem Vorjahr in einem Nebengebäude mit besserem Platzangebot gespielt, aber die Veranstalter ermöglichen es Spieler, die nicht so mobil sind in einem kleinen Nebenraum im AVZ zu spielen und kennzeichnen dies auf der Auslosung vorbildhaft, dennoch kam es heute früh zu einer kleiner Verwirrung, weil zwei Rauscher nicht auf ihre Vornamen achteten.